Zähne unter der Lupe: Was erzählen sie alles?

Ein Wissenschaftlerteam des Massachusetts General Hospital in Boston (USA) hat sich die Aufgabe gestellt herauszufinden, ob und was Zähne alles über ihren (früheren) Besitzer berichten. Sie gehen sogar so weit zu vermuten, dass man anhand entsprechender Anzeichen in herausgefallenen Milchzähnen ablesen können müsste, ob ein Kind später als Erwachsener einmal unter einer psychischen Krankheit leiden wird. Wie sie bei einem Kongress der „American Association for the Advancement of Science" im März dieses Jahres darstellten, lasse sich an Milchzähnen gut ablesen, ob das Kind in seinen ersten Lebensjahren unter deutlichem Stress gelitten hat. In diesem Fall sind, so die Forscher, die Schmelzschichten im Zahn dünner als bei Vergleichskindern und nicht ganz so dicht – beides Risiken für die Entwicklung einer frühen Karies. Ohnehin ist der Mund ein deutlicher Signalgeber für erhöhte Belastungen des Menschen, ganz abgesehen von sichtbaren Folgen wie Knirschen oder Zähnepressen: Die bei Stress erhöhte Konzentration des Hormons Cortisol lässt sich nicht nur im Blut, sondern auch im Speichel messen. Was sich zeigte: Cortisol beeinflusst offenbar auch die Zahnentwicklung. Zu den Detailergebnissen gehörte, dass Kinder mit gestörtem Sozialverhalten und beispielsweise ADHS dünneren Zahnschmelz als Vergleichskinder hatten und auch ein kleineres inneres Zahnmark. Zähne seien durchaus nützliche Biomarker für psychische Erkrankungen.

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