Schlafmedizin: auch an Zähne denken

Man mag nicht auf den ersten Blick darauf kommen, dass „Zähne" beim Thema Schlafen eine relevante Rolle spielen: Wenn man aber wahrnimmt, dass es zu diesem Thema sogar eine eigene wissenschaftliche Fachgesellschaft gibt, die Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin/DGZS, dann wird schon deutlich, dass dies ein größeres wissenschaftliches und praktisches Aufgabengebiet ist. Kürzlich befasste sich diese DGZS mit dem Thema nächtliches Atmen – und mit Situationen in Mund, die den notwendigen Luftaustausch behindern. Einen aktuellen Anlass für die Befassung mit dem Thema gab es auch: Die sogenannten Unterkieferprotrussionsschienen (UPS) sind inzwischen in bestimmten Fällen erstattungsfähig. Diese Schienen, die durch kontrollierte Führung des Unterkiefers dafür sorgen, dass die Atemwege in nächtlicher Entspannungsphase frei bleiben, haben offenbar genug Wirksamkeit bewiesen, dass sie nun auch von den Krankenkassen bezahlt werden. Solche auch „Anti-Schnarch-Schienen" genannten Geräte können auch Leben retten: Nächtliche Atemaussetzer bergen ein deutliches Risiko bis hin zu Schlaganfällen. Ein wichtiges Anliegen der Wissenschaftler: Die Schienen-Behandlung müsse fachgerecht erfolgen. „Selbstangepasste" vorgefertigte Schienen seien keine Option. Da insbesondere schwere oder komplizierte atembezogene Schlafstörungen interdisziplinär begleitet werden sollten, seien in solchen Fällen spezialisierte Zentren eine sinnvolle Anlaufstelle.

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