Kummer und Stress: Vorsicht bei Implantatbehandlung

Anders als die natürlichen Zähne federt implantatgetragener Zahnersatz den Kaudruck schlechter ab: Selbst ein gut eingewachsenes Implantat kann durch ständige Überlastung daher gelockert werden und verloren gehen. Solche Zusammenhänge sind für viele Patienten gut nachvollziehbar – ebenso wie die Folgen von Stress auf die natürlichen Zähne: Durch Knirschen und Pressen können sie „abgerieben" werden. Schwer erkennbar und erklärbar ist es sowohl für Zahnärzte als auch für Patienten, wenn die Ursache für anhaltende Zahnschmerzen oder Kieferprobleme gar nicht im Mundbereich liegen, sondern in der Seele des Patienten. Wer sich großen Belastungen ausgeliefert fühlt, dessen Körper sucht zumeist ein Ventil für den übermäßigen Stress. Manche Patienten entwickeln chronische Magenprobleme, andere meinen, die Situation in Mund sei Ursache für ihr gestörtes Wohlbefinden. Wie Privatdozentin Dr. Anne Wolowski (Münster) bei einer Tagung für implantologisch arbeitende Zahnärzte kürzlich berichtete, wanderten solche Patienten oft von Arzt zu Arzt auf der Suche nach Hilfe und ließen, da ihre seelische Belastung meist nicht auf Anhieb erkennbar sei, ungünstigenfalls mehrfach Zähne ziehen, Implantate setzen, die Implantate wieder entfernen, weitere Zähne ziehen, erneut Implantate setzen und auch diese wieder ziehen. Wenn der Verdacht besteht, dass die eigentliche Ursache der Störung des Wohlbefindens nicht im Mund, sondern in der Seele liege, sei nur mit Hilfe eines erfahrenen Psychotherapeuten die Spannung aus dem Körper zu nehmen. Seien in der Zwischenzeit Zähne gezogen und Kiefergewebe zerstört worden, sei die Mundgesundheit nur mit großer Mühe wieder herzustellen. Invasive Eingriffe seien bei solchen Patienten möglichst zu verschieben.

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