Hygiene: Desinfektion über alles?

Der Volksmund hat ein schönes Bild für eine Situation, die nicht wenige Patienten auch von sich selbst kennen: Man solle das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Was so viel bedeutet wie: Man kann es auch übertreiben mit seiner Aktivität. Auf die Zahnmedizin angewandt, richtet sich der Blick hier auf die Hygiene und „Desinfektion" des Mundes. Aus Sorge vor einem Übermaß an krankheitsverursachenden Bakterien nutzen manche Patienten nicht nur einfache Mundwässer, sondern antiseptische Produkte mit dem Wirkstoff Chlorhexidin (CHX). Wie eine aktuelle Studie britischer Forscher zeigt, kann das zwar sinnvoll sein, wenn man eine diagnostizierte übermäßige Keimbelastung mit schädlichen Bakterien hat. Genau das Gegenteil erreicht man allerdings, wenn man vorbeugend solche Präparate nutzt: Der an sich auf große Vielfalt angelegte Biofilm, dessen „Bewohner" sich gegenseitig in Grenzen halten, reduziert sich durch die antibakterielle Wirkung dieser Produkte und gerät so leichter aus dem Gleichgewicht – mit dem Effekt, dass mögliche Schädigungen der Mundgesundheit durch ein Übergewicht an schädlichen Keimen nicht ausgeschlossen werden können.

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