WDR4 Gesundheitstipp Interview mit Dr. Gregor Rüdiger

Wie bekomme ich gesunde, schöne Zähne?

WDR4 Beitrag von Dorothea Brummerloh aus dem Zahnärztezentrum Burgdorf/Hannover.

Ein strahlendes Lächeln – damit kann man viel erreichen und es sieht ja auch wirklich toll aus. Aber: Ungepflegte Zähne laden nicht unbedingt zum Lächeln ein. Wer seine Zähne richtig gut pflegt, kann einem Lächeln mit schamhaft geschlossenem Mund vorbeugen. Allerdings sollte man nicht nur der Schönheit wegen seine Zähne richtig pflegen. Ein Mensch zerkleinert mit seinen Backenzähnen innerhalb von 50 Jahren rund 20 Tonnen Nahrung. Es loht sich also, seine Zähne richtig zu pflegen.

Kennen Sie das? Im Wartezimmer des Zahnarztes fangen die Hände an zu schwitzen, der Puls rast und dann kommt es – das Bohrgeräusch. Manch einer möchte sofort die Praxis fluchtartig wieder verlassen. Wer Angst vor dem Bohrer hat, kann sich von vornherein mit einer zuckerfreien, gesunden Ernährung vor Karies schützen und für gesunde Zähne sorgen, sagt Zahnarzt Gregor Rüdiger.

Gregor Rüdiger:
„Durch den Zucker wird der ph-Wert auf 5 bis 5,2 herabgesenkt, sprich ins saure Milieu und im saurem Milieu können dann die Bakterien überleben und können dort zu einer Demineralisation des Zahnschmelzes führen. Man sollte, wenn man naschen will, ein/zweimal am Tag naschen, sich danach die Zähne putzen, aber nicht dauernd irgendwelche süßen Sachen im Mund halten, weil dann der Speichel niemals die Chance hat, den ph-Wert zu regenerieren in ein neutrales Niveau.“

Das Zähneputzen nach dem Essen ist nicht nur für Naschkatzen wichtig. Doch nichts übertreiben.

Gregor Rüdiger:
„Wenn man säurehaltige Lebensmittel zu sich genommen hat, dann sollte man mindestens eine halbe Stunde warten, sich die Zähne zu putzen. Weil durch das Zähneputzen der Zahnschmelz leicht demineralisiert wird und die Säure noch mal viel tiefer in den Zahnschmelz einmassiert wird.“

Für gesunde, schöne Zähne unabdingbar ist Zähneputzen: Zweimal am Tag mit einer mittelharten Bürste, von rot nach weiß in kreisender Bewegung mit wenig Druck. So bleibt das Zahnfleisch intakt und damit der gesamte Halteapparat der Zähne. Für die Zahnzwischenräume sollte man Zahnseide verwenden. Vorsicht beim Einführen, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Verwenden sie keine so genannten „aggressiven“ Zahncremes. Viele beinhalten zu viele Schmirgelstoffe, die den Zahnschmelz schädigen. Zweimal im Jahr sollte jeder zur professionellen Zahnreinigung gehen, nicht nur, wenn man Kronen und Brücken hat.

Simone Schwenke:
„Bei der professionellen Zahnreinigung wird der Zahnstein entfernt. Es wird wirklich jeder einzelne Zahn für sich kontrolliert, ob irgendwo Zahnstein sitzt. Dann haben viele Patienten ja diese Verfärbungen von Kaffee, Tee, Nikotin, die werden dann ganz schonend mit Pulverstrahlgeräten gesäubert. Dann reinigen wir die Zahnzwischenräume. Und wir führen Polituren durch und fluoridieren anschließend die Zähne.“

Nach der Prophylaxe sind die Zähne allerdings nicht schneeweiß, sagt die Prophylaxehelferin Simone Schwenke, sondern so, wie die Natur sie geschaffen hat – gelblich oder grau. Wer ein Hollywoodlächeln haben möchte, erreicht das nur durch Bleichsubstanzen beim so genannten Bleaching. In dieser Praxis verwendet man ein spezielles Gel auf der Basis von Wasserstoffperoxid.

Simone Schwenke:
„Und dann ist es so, dass dieses Bleichmittel, also dieses Gel, auf die Zähne aufgetragen wird und anschließend wird das mit einer Lampe bestrahlt. Und diese Lampe sorgt dafür, dass die Wirkstoffe des Gels in den Zahn einwirken und dadurch werden die ganzen dunklen Farbstoffe, die den Zahn im Laufe der Jahre verdunkelt haben, umgewandelt in helle Farbstoffe.“

Bleachen greift den Zahnschmelz nicht an und das Zahnfleisch bekommt vor der Behandlung einer Schutzschicht verpasst. Allerdings sind die Zähne ein bis zwei Tage nach dem Bleichvorgang hypersensibel. Bleaching sollte nach einer gründlichen Zahnreinigung und eigentlich immer vom Fachmann gemacht werden, rät Zahnarzt Gregor Rüdiger.

twitter facebook googleplus next prev burgdorf hemmingen