NDR Gesundheit Interview mit Dr. Andreas Groetz MSc.

Laserbehandlung bei Parodontitis

NDR Info Redakteurin Dorothea Brummerloh berichtet aus dem Zahnärztezentrum Burgdorf/Hannover.

Parodontitis ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Was mit gelegentlich blutendem Zahnfleisch anfängt, führt auf Dauer zum Abbau des Kieferknochens und damit zu lockeren Zähnen. Unbehandelt führt die Parodontitis immer zu Zahnverlust. Insgesamt sind 80 Prozent aller Bundesbürger von dieser Krankheit betroffen. Bereits Kinder leiden an dieser Zahnentzündung. Mit der Lasertechnik hat man eine Alternative gegen das schmerzhaftere Schneiden bei Parodontitis gefunden.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
Guten Tag Frau Schattschneider. Was kann ich für Sie tun?

Patientin:
Also ich habe öfter Probleme mit meinem Zahnfleisch und das blutet ab und zu und ansonsten ist alles in Ordnung, denke ich!

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
Gut, dann schaue ich mir Ihre Zähne und das Zahnfleisch mal an. Ok. …Ja, wir haben hier also einige Zähne, wo wir vertiefte Taschen haben. Das blutet auch sofort auf Sondierung. Man sieht einige Belege unterhalb der Zahnfleischgrenze, freiliegende Zahnhälse – sind Ihre Zähne sehr empfindlich?

Patientin:
Ab und zu und wenn ich etwas Kaltes trinke, zieht es so.
Zahnarzt: Aha! Ich habe den Verdacht, dass Sie eine Parodontose haben und wir sollten jetzt mal eine Röntgenaufnahme machen, um uns das anzuschauen.

Die Röntgenaufnahme, die der Zahnarzt Andreas Groetz machen lässt, bestätigt die Diagnose. Nadine Schattschneider hat Parodontitis. Das ist eine Zahnerkrankung, der – laut Andreas Groetz – mehr Zähne zum Opfer fallen als der Karies.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
„Eine Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, das heißt Belege oberhalb der Zahnfleischgrenze, die wandern im Laufe der Jahre in die Tiefe, sammeln sich dann unterhalb des Zahnfleisches und werden dort auch noch verfestigt und dadurch entstehen so genannte Konkremente. Der Zahnarzt schafft es nicht mehr, durch Zahnsteinentfernung diese Belege zu entfernen und dann kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches.“

Und diese Entzündung sorgt dafür, dass das Zahnfleisch zurückgeht, der Zahn wird locker. Wenn jetzt nicht behandelt wird, kann der wackelige Zahn dem Kaudruck nicht mehr widerstehen und fällt aus.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
„Eine normale Behandlung bedeutet, dass die Bereiche, wo sich die Konkremente befinden, aufgeschnitten werden. Sie werden dann rein mechanisch gesäubert und das Ganze muss vernäht werden. Die Patienten haben Schmerzen nach dem Eingriff. Da entstehen regelrechte Vernarbungen. Das Zahnfleisch zieht sich stark zurück. Die Zähne werden stark empfindlich.“

Nadine Schattschneider kennt die schmerzhafte Prozedur, hat eine solche bereits hinter sich gebracht. In der Zeitung las sie von der Behandlung mit dem Laser und entschied sich dafür.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
„Bei der Frau Schattschneider ist es so, dass sie eine schon ausgeprägte Parodontitis hat. Das bedeutet zunächst, dass wir die oberhalb der Zahnfleischgrenze liegenden Beläge entfernen müssen. Es muss alles sehr schön sauber sein. Dann werden die Taschen, die bereist entstanden sind, ausgemessen, so dass wir bei dem Eingriff dann genau wissen, wie weit wir da vorgehen müssen. Und erst wenn wir diese Vorbereitungen abgeschlossen haben, dann machen wir die eigentliche Parodontosebehandlung.“

Das heißt, die betroffene Zahnregion wird mit einer Spritze betäubt, die die meisten Patienten schon von der Kariesbehandlung her kennen. Mit einem Ultraschallgerät werden dann die Belege entfernt.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
„In einem zweiten Behandlungsschritt wird dann mit einem Dentallaser sterilisiert, so dass wir dann eine sehr gute Ausheilwahrscheinlichkeit haben, dass diese Taschen, die dann verbleiben, super sauber sind und dann keine weiteren Infektionen auftreten können.“

Bei einem Dentallaser wird das Licht von Spiegeln zurückgeworfen und immer wieder verstärkt – wie ein Echo. Das so verstärkte Licht wird auf einen Punkt gebündelt und hat dann die Kraft eines Skalpells. Der Lichtpunkt trifft nur die erkrankte Stelle, schont das umliegende Gebiet. Die hohen Temperaturen des Lasers sorgen dafür, dass die Wunde sofort „verschweißt“ wird und es deshalb kaum Blutungen gibt. Mit dem Laser muss man nur einmal behandeln und nach einer Woche nachkontrollieren.

Zahnarzt Dr. Andreas Groetz:
„Wichtig ist dann, dass Frau Schattschneider im „Recall“ verbleibt, wir sehen Frau Schattschneider also alle drei bis vier Monate und führen dann jeweils eine professionelle Zahnreinigung durch, so dass diese Taschen nicht wieder besiedelt werden können. Dann kann Frau Schattschneider eigentlich sicher sein, dass sie ihre Zähne auch langfristig erhalten kann.“

Nadine Schattschneider ist optimistisch, ihr Zahnproblem in den Griff zu bekommen. Das nächste Mal beginnt sie mit der Behandlung. Da Frau Schattschneider nicht Mitglied einer privaten Krakenversicherung ist, muss sie einen erheblichen Eigenanteil bezahlen. Doch dass ist ihr die Sache wert.

Nadine Schattschneider:
„Also ich erhoffe mir, dass ich nicht unbedingt so Schmerzen habe, dass es durch den Laser besser ist, dass die Bakterien noch zusätzlich abgetötet werden und dass das Zahnfleisch schmerzfrei ist.“

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